FOR MEN: Männer-Kosmetik-Beta.

Dienstag, Februar 09, 2016

Heute hab ich mal versucht ein anderes Aftershave zu benutzen. Ich muss zugeben in letzter Zeit habe ich selten eines benutzt oder einfach gar nicht. Prinzipiell dachte ich, je mehr es brennt, desto effektiver ist es. Zumindest auf Pickel-Vorsorge trifft das bei mir zu.

Wir haben zur Probe ein Aftershave von der Firma Clinique bekommen. Sie haben haben anscheinend erkannt, dass es neben Hipstern auch noch normale Männer mit dem gesteigertem Wunsch nach Gesichtspflege gibt.
Die Verpackung sieht sehr schlicht aus, erst mal nicht nach einem Produkt von durchschnittlich 23 €! Wir erinnern uns, dass der normale Kerl (nicht Mann, sondern Kerl) vielleicht 3,50 € für sein Aftershave ausgibt. Am allergeilsten finde ich aber den Namen: „CLINIQUE FOR MEN, post-shave soother, apaisant après-rasage!“ WTF??? Ich verstehe nur „Männerklinik, der Postmann rasiert sich damit auch, Genre: Egoshooter, Après-Ski“. Das Produkt müllt einen nicht mit ellenlangen Texten zu, aber warum auf Französisch? Frauen wollen sich vielleicht von Zeit zu Zeit fühlen, als haben sie ein exklusives und besonderes Produkt erworbem. Ich will mich rasieren und keine Reise nach Paris. Vielleicht mag es bei “Frauenkosmetik” normal sein, alles noch mal aus Französisch zu schreiben. Aber unser guter Postmann würde besser mit einem einfacheren Namen da stehen. Ich schlage vor: „After-Shave“. Klingt nach Spaß und ich weiß was gemeint ist. Eigenlob stinkt, aber der Name ist Hammer. :D


Doch ich wollte ja anfangen hinter die Kulissen zu schauen:

Allergie-getestet, 100% duftfrei. Nach dem Rasieren für weniger Rasierbrand und einem kühlendem Kribbeln.

Soviel sagt der Hersteller. Die Inhaltsstoffliste ist dreimal so lang wie bei Axe. In der Packung ist so ein Beipackzettel wie bei Medikamenten. Ernsthaft? Den liest sich so mancher Kunde nicht mal bei Medikamenten durch, warum sollten sie es bei Aftershave machen?!

Aber genau wie bei Menschen, ist das Äußerliche ja nur der Anfang einer neuen Bekanntschaft. Wir hatten also ein zweites Date beim Rasieren. Ich habe mir auch gesteigert Mühe gegeben. Die Klinge hab ich nicht gewechselt (und die ist echt durch). Sogar das Gesicht habe ich mir vor dem Rasieren gewaschen. Außer Strebern, Hipsters und Männenr mit gesteigertem Beauty-Bedürfnis macht das keine Sau (also ich). Männliche Devisen lauten oft: „Ich gehe doch danach Duschen, da werde ich sauber genug!“ An die Poren denken sie da nichts so sehr.

Die Konsistenz des „CLINIQUE FOR MEN, post-shave soother, apaisant après-rasage“ - nachfolgend After-Shave genannt - ist eher wässrig als cremig. Lässt sich super verteilen. Ich war überrascht, wie ergiebig es ist. Was ich mir da intuitiv auf meine Hand gehauen habe, war so viel, dass es gedauert hat bis ich alles von der Hand in mein Gesicht bekommen habe. Geruchsfrei ist es nicht, wenn auch duftstofffrei, aber es riecht angenehm nach Baileys, voll geil. Am tollsten war jedoch: nach der Anwendung hat es leicht gebrannt (auch wenn es unter „kribbeln“ verkauft wird). Ohne dieses Gefühl hätte ich nur aus Gewohnheit geurteilt, dass es nichts kann. Meine Hautirritationen waren tatsächlich weniger als sonst. Leider hab ich mich nicht so toll gefühlt wie meine Haut. Es war angenehm, hat wirklich geholfen, aber ich bin nicht aus dem Bad gekommen und dachte: „Du riechst wie Du aussiehst und das ist, wait for it… HAMMER!“ - Meine Haut jedoch würde sagen: „Benutze das gerne häufiger“.

Fazit: Bei meiner ersten Kosmetik-Erfahrung ist kein Blut geflossen, meiner Haut gehts besser, doch mein Geldbeutel sagt: „Dazu sind wir beide noch! nicht bereit.“

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