Challenge: Wie viel weniger Müll können wir produzieren? #zerowaste

Mittwoch, Oktober 26, 2016

CHALLENGE #zerowaste

Seit wir aus Bali zurück sind, machen wir vieles anders und wir fühlen uns damit auch sehr wohl. Leider haben wir dennoch ein großes Problem in unserem Haushalt: wir produzieren endlos viel Müll! Plastik, Pappe, Umverpackungen, Tetra Packs, Pappverpackungen von Produkten, die es auf den Blog schaffen, geleerte Shampoo- und Duschgelflaschen, Handcremes, Dosen… und noch viel viel mehr. Ich sehe mich in unserer Wohnung um und sehe jede Menge Plastik. Einiges davon hat seine Daseinsberechtigung (Tupperware! PC Equipment!), anderes wiederum ist einfach en masse vorhanden und kann zumindest problemlos auf ein Mindestmaß heruntergeregelt werden. 

Auf vieles wurde ich erst durch das “mit der Nase draufstoßen” aufmerksam gemacht und habe dann nach und nach erstmal ein Bewusstsein dafür entwickelt, wie ich einkaufe, welchen Müll ich produziere und ihn auch nachfrage, indem ich halt immer und wieder kaufe (Plastikgeschirr und Besteck, Coffee to go Becher…).

Dabei kann ich folgendes nicht leugnen:

  1. Wir produzieren zu viel Müll. Dieser findet sich nicht nur in unseren Müllbeuteln und dann in der Abfuhr. Sondern in den Straßen, an den belebten Plätzen in der Stadt, am Feldrand, in Flüssen, an Stränden, im Meer.
  2. In unseren Meeren befinden sich Plastikmüllteppiche in der Größe Zentraleuropas (Quelle: hier und hier).
  3. Nicht nur verenden Tiere tagtäglich an Müll, den sie für Beute halten, sondern gelangt Mikroplastik über verschiedene Wege auch wieder beim Menschen, wenn dieser Meerestiere isst (Quelle: hier und hier).
  4. Die Umwelt leidet unendlich an unserem Abfall. Wenn sich nichts ändert, gibt es in 2050 (34 Jahre!) mehr Plastik im Meer als Fische.
  5. Es ist unnötig, extrem viele Duschgels, Shampoos, Leave-Ins, Handcremes, Bodylotions, Fußcremes, Peelings, Masken und Co. zu besitzen. (der geht vor allem an mich!)
  6. Es ist ebenso unnötig, Obst und Gemüse in Plastik verpackt zu kaufen.
  7. Wir haben immer die Wahl.
  8. Ich als Konsument kann schon sehr viel tun!

Immer wieder schaue ich mir interessiert Videos von Zero Waste Bloggern an und denke mir beim Anblick des Jahresmülls, der in einem Glas (!) aufbewahrt wird: es kann doch nicht sein, dass du so viel Müll jeden einzelnen Tag produzierst, während ein Glas mit Schraubdeckel für vier Personen in einem Jahr langt. Auch mein Freund schaut immer wieder solche Videos und Fotos und so kamen wir überein, dass wir uns selbst herausfordern wollen.

1 Monat, je ein Müllbeutel. Wer wird weniger Müll produzieren?

Zum Zero Waste Haushalt werden wir nicht werden, aber nach meiner Recherche wage ich zu sagen – 65% weniger Müll sollte absolut kein Problem sein. Dabei gelten für uns folgende Regeln:

  1. Alles, was sich im Haushalt befindet, kann und wird aufgebraucht (Ausnahme: Mikroplastik, s. oben!). Denn was ist weniger nachhaltig, als neue oder angebrochene Produkte einfach wegzuwerfen?
  2. Natürlich können dennoch Alternativen ausprobiert werden, um ggf. in Zukunft darauf zurückzugreifen (selbstgemachtes Leave-in, Shampoo, Masken, Waschmittel, usw).
  3. Als Müll zählt alles, was man nicht recyclen oder kompostieren kann: also Plastik bzw. “gelber Müll” wie Dosen, Trinkflaschen, Trinkhalme, Kassenzettel (das ist leider kein normales Papier).
  4. Auch wenn wir in diesem Monat vielleicht einiges gar nicht benötigen, wollen wir uns Gedanken über nachhaltigere, möglichst müllfreie oder –arme Alternativen für die Zukunft machen. Wir sind überzeugt, dass vieles einfach Gewohnheit ist. Und Gewohnheiten kann man schneller umlernen, als man denkt. ;-)

Mehr zur Mikroplastik Problematik könnt ihr hier nachlesen:  Weniger Plastik ist Meer. / Greenpeace Ratgeber zu Mikroplastik / Plastic Garbage Project

Dieser Post schlummert nun schon ein paar Tage (naja, Wochen) in den Entwürfen und inzwischen ist der Monat der Challenge schon fast rum. Dabei habe ich so viele Beobachtungen an mir und meinem Einkaufsverhalten gemacht und hab mir ebenso paar Gedanken für die Zukunft gemacht, wie ich es handhaben möchte (also weiterhin und langfristig), was ich (zu) schwierig finde, worauf ich nicht verzichten kann (bzw. möchte) und was total easy umzustellen war. Was ich vorab schon mal sagen kann: unser Ziel, den Müll um 65 % zu reduzieren, haben wir erreicht und sogar noch überschritten! Und das ohne allzu viel Aufwand!

 

*   *   *

Wie seht ihr das Ganze? Habt ihr ein “Müll-Bewusstsein” oder eher ein “Umweltbewusstsein”? Habt ihr tolle Tipps, wie ihr (Plastik-)Müll vermeidet?

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2 Kommentare

  1. Mir fällt das auch immer wieder auf, dass man sehr viel Müll produziert vorallem weil vieles unnötig mehrfach verpackt ist etc. Aber auf einen Müllbeutel pro Monat zu kommen, das ist schon sehr schwierig. Auch wenn man akribisch trennt.

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  2. Ich finde dein Vorhaben richtig gut und bin sehr gespannt, ob ihr es schafft. Ich finde auch, dass wir alle viel zu viel Müll produzieren. Was ich schon ewig mache: immer einen Stoffbeutel in der Tasche haben, damit man keine Plastiktüten beim Einkauf mitnehmen muss. Außerdem fände ich es gut, wenn endlich mehr Läden Papiertüten für Obst und Gemüse anbieten würde.

    LG Michaela

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