Müll-Reduzierung: Tipps & Tricks

Freitag, November 11, 2016

Ich würde sagen, wir konnten unseren Müll um 70-75 % reduzieren. Und das mit den einfachsten Mitteln.

Zum Beispiel:

  1. Es wird kein umverpacktes Gemüse und Obst gekauft (wir haben ein paar wenige Ausnahmen gemacht, ist aber wirklich unnötig)
  2. Kaffee to go entweder im eigenen Becher geben lassen oder auf den Plastikdeckel verzichten, wenn der restliche Becher wiederverwertbar ist (ist es gar nicht so selten).
  3. Gekauften Süßkram haben wir auf ein Minimum reduziert. Unglaublicherweise ist Süßkrempel oft super krass eingepackt! Tipp: die iChoc Schoki bei dm ist super verpackt, da auch das “Plastik” verrottet!
  4. Kein Müsli, Haferflocken, Nüsse oder sonst was im Plastiksackerl, sondern in Papier eingeschlagen kaufen. Habe ich bei uns im Reformhaus und bei denn’s entdeckt.
  5. Beim Einkaufen immer dazu sagen, dass man keinen Kassenzettel möchte (im Supermarkt mache ich das inzwischen immer), ganz oft muss der Bon gar nicht gedruckt werden.
  6. Brot beim Bäcker kaufen, nicht im Supermarkt. Nudeln im Karton verpackt kaufen, nicht in Plastiktüten.
  7. Wasser nicht in PET-Flaschen kaufen, generell Getränke. Wir haben super Säfte im Glas gekauft. Wasser nehme ich mir, wenn ich unterwegs bin, entweder im Ball Glas mit (die sind megadicht) oder in einer alten PET-Flasche.
  8. Smoothies & Co. mache ich inzwischen mit meinem geliebten Omniblend selbst und fülle sie in alte 750ml truefruits Flaschen ab, zu denen ich Dauerdeckel bestellt habe – oder in die großen 1 L Ball Gläser.
  9. Wenn es etwas nicht nachhaltig verpackt gab, habe ich es wirklich oft einfach nicht gekauft.
  10. Wirklich richtig ordentlich trennen! Auch das Papier von Joghurtbechern abziehen und im Papiermüll entsorgen, die Sichtfenster aus Briefumschlägen rausreißen und dann den restlichen Umschlag in den Pappmüll, usw.
  11. Keinen sinnlosen Krempel für den Haushalt kaufen. Man benötigt keine 4 verschiedenen (Plastik-)Schwämme, Schrubber, Reinigungsmittelchen, Lufterfrischer, Sprühfläschchen, Tücher oder sonstiges. Wirklich nicht.
  12. Sinnlose Werbegeschenke wie den xten Kugelschreiber oder Flaschenöffner oder diese kleinen eingeschweißten Süßigkeiten ablehnen

Außerdem habe ich während der Challenge der Versuchung widerstanden, hier und da eine Handcreme, eine Spülung oder sonstwelchen Schnickschnack zu kaufen, weil er gut roch, ich gern was Neues wollte oder… naja, halt einfach so. Und ich hatte echt gar nicht selten was in den Händen und hab es dann zurückgelegt, wenn ich an meinen noch reichlich bestückten Badschrank dachte. Ich finde es auch selbst unglaublich, dass ich mit so einfachen, unaufwändigen Mitteln doch derart viel Müll einsparen konnte. Aber meist sind es wirklich die “Unterwegs”-Dinge, die einem auch gar nicht auffallen. Wenn man da mal ein wenig mehr Acht gibt, fällt es einem auch leichter, diese einzuschränken – oder besser vorzusorgen! Hier liebe ich meine bereits angesprochenen gepimpten truefruits Flaschen oder die Ball Gläser. In kleineren Gläschen oder Tupper nehme ich mir meine Snacks mit zur Arbeit oder wenn ich sonst wie unterwegs bin.

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Mein wichtigster Tipp für Müllvermeidungsanfänger wie mich ist daher: Achtsam sein und bedacht einkaufen! Als mein Agavensaft alle war, wollte ich neuen kaufen. Leider waren alle im Reformhaus, im Superbiomarkt und bei dm in Plastik verpackt. Das wollte ich einfach nicht. Ich bin im denn’s fündig geworden, dort gibt es Agavensaft im Glas, von 250ml bis 1500ml. Gekauft habe ich dann aber mal Apfelsüße – ebenfalls im Glas – und hab so auch nochmal was Neues ausprobiert. Win! Außerdem werde ich in Zukunft nicht mehr so viele verschiedene Reinigungsmittel kaufen und verwenden. Unnötig! Ein Neutralreiniger langt total aus. Zum Spülen usw. haben wir uns Tücher gekauft, die wir einfach waschen. Diese sind zwar auch aus Kunststoff, aber haben natürlich eine viel längere Lebenszeit als diese Schwämme, die ich zuvor viel verwendet habe. Was ich auch verbannt habe: feuchte Reingigungstücher, obwohl ich denen ja hin und wieder hinterhertrauere. Eine Umweltsünde, aber eben sehr praktisch, um fix die Toilette zu reinigen, den Katzenfressplatz von Schmutz zu befreien oder auch mal im Bad das Waschbecken. Dazu verwende ich nun einfach einen Lappen ;-) Auch Küchenrolle haben wir keine, Toilettenpapier kaufe ich recyceltes (Warum ist das wichtig?) – leider ist auch das in Plastik eingeschlagen. Ich habe aber eine Alternative aufgetan. Übrigens: Glas ist auch nur dann wirklich viel besser als Plastik, wenn man es wiederverwendet oder recycled.

Was ich total wichtig finde: man muss es nicht perfekt machen. Noch nicht mal im Ansatz. Das geht eh (fast) nicht und frustriert nur sinnlos. Jedes eingesparte Fitzelchen unverrottbares Plastik ist  gut. Jede nicht gekaufte Plastiktüte ein Schritt in die richtige Richtung, jedes korrekt recycelte Glas super, jeder abgelehnte Schnickschnack, der dann eh nur im Müll landet (Flyer!!), eine gute Botschaft.

Was mir total negativ aufgefallen ist bei der ganzen Sache, ist, dass auch und gerade Bioprodukte sehr sehr oft in Plastik verpackt sind. Egal, ob es alnatura, dmBio oder in Biomärkten ist – überall ist alles eingeschweißt, umverpackt und das auch noch in Plastik und Folie. Gerade bei Biomarken wünsche ich mir mehr Bewusstsein bzw. mehr Vorbildfunktion! Gerade solche Basics wie Nudeln, Reis, Haferflocken, etc. müssten irgendwie anders angeboten werden. Ich habe mich auch nicht selten gefragt, warum es zum Teufel in Düsseldorf komplett unmöglich ist, gerade solch trockenen Produkte (und auch Zucker, Salze, andere Getreidesorten) mal unverpackt zu kaufen. Ich habe inzwischen eine beachtliche Sammlung an Gläsern verschiedener Größen, die ich sonst auch als Transport- und Lagermittel nutze. Ich würde mir supergern solche Produkte abfüllen lassen. Da muss noch was passieren!

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Hilfreich zu haben

  1. Stoffbeutel in verschiedenen Größen – oder wiederverwertete IKEA-Tüten, da es sehr schwer werden kann, wenn ihr Getränke usw. im Glas kauft.
  2. Auch kleinere Stoffbeutel, um mal ein Brot oder empfindlicheres Gemüse darin einschlagen zu können.
  3. Glasflaschen in verschiedenen Größen, wenn man sich gern Smoothies macht.
  4. Tupperware, Metallboxen oder große Gläser, um sich Frühstück oder Mittagessen zur Arbeit, Schule, Uni mitzunehmen.
  5. Waschbare Tücher, etc. für den Haushalt.
  6. Einen guten, nicht zu kleinen, wirklich dichten und heißhaltenden Coffee to go Becher, wenn man das viel konsumiert (so wie ich).

Was man auch braucht

Vielleicht ein bisschen Mut, einfach die Verkäufer zu bitten, das Brot oder Teilchen in die mitgebrachte Box  oder Tuch zu geben. Und auch wenn es abgelehnt wird: nur wer fragt, schafft ein Bewusstsein. Geduld und ein bisschen Spaß am Experimentieren, denn man wird vermutlich mal andere Marken oder Produkte ausprobieren. Lust, mal was selbst zu machen. Beispielsweise Kuchen und Cookies, Smoothies und sein Lunch oder sogar Ketchup, Saucen und Nussmilch.

Habt ihr weitere tolle und hilfreiche Tipps?

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14 Kommentare

  1. Das ist leider immer nicht so einfach. IN vielen Supermärkten gibt es das Gemüse nur eingschweisst - leider. :( Aber es sind tolle Tipps dabei - die aber z.b. bei uns gar nicht anfallen würden (Kaffee to go nutzen wir im alltag nicht).

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    1. Ja leider ist das wirklich oft so. Ich habs dann oft nicht gekauft oder eben halt doch - als Ausnahme halt. Die Bananen, die ich kaufe, haben leider diesen Kleber drum. Da ist mir aber bio und fairtrade dann wichtiger. Es geht ja v.a. darum, es da zu vermeiden wo es geht und nicht aus Bequemlichkeit zum abgepackten zu greifen. :-)

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  2. Ganz toller Post und super Tipps. Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich beim Obst stehe und eine Gurke in Plastik eingepackt ist oder jegliches anderes Obst. Warum nur? Man kann die Sachen doch waschen oder auch Schälen. Einfach traurig. Auch erschreckend sind diese abgepackten Obstschalen, wo die Produkte bereits geschält sind. Kiwi, Mandarine usw. als kleines geschältes Set. Super teuer und super scheiße.
    Ich versuche auch immer etwas darauf zu achten und habe auch schon überlegt da noch konsequenter durchzugreifen.
    Dein Post ist eine tolle Inspiration dazu!

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    1. Ich weiß, ich find das so schrecklich und ätzend! Abgepacktes geschältes Obst und Gemüse ist einfach nur bekloppt. Da scheint es ja leider voll den Markt für zu geben, sonst würde das ja nicht so prominent gleich vorn beim Eingang stehen -.-

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  3. Toller Post. Ich werde auf jeden Fall versuchen, ein paar deiner Tipps umzusetzen, denn vor allem diese Mengen an Plastikmüll sind wirklich schlimm. Das mit den Kassenbons ist interessant, ich dachte immer, dass die dann einfach von der Kassiererin weggeworfen werden. LG, Andrea von mescaleraswelt.blogspot.de

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    1. Oft ist das auch so, aber in vielen Supermärkten muss kein Bon gedruckt werden, Netto z.B. :-)

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  4. Wunderbar inspirierender Beitrag von dir, super!
    Ich war am Anfang meiner Ernährungsumstellung (von "fast nur Fertigprodukte" zu "ich koche jetzt selber frisch") sehr erschrocken wie viel Plastikmüll ich auf einmal zuhause hatte, seid dem schaue ich auch beim Einkaufen genauer hin.

    Auch ich sammle mittlerweile meine Gläser und Flaschen, um vorgekochtes zu transportieren und zu lagern.

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  5. Ich bin sehr beeindruckt!!! Ich selbst bin leider sehr nachlässig darin, gerade was Mülltrennung angeht und habe auch immer ein schlechtes Gewissen deswegen. Die Faulheit siegt aber trotzdem immer :(
    Wenn Du Müll bei Obst und Gemüse sparen möchtest: es gibt mittlerweile überall regionale Biobauern, die Obst/Gemüsekisten anbieten. Die kannst Du im Abo bestellen (wöchentlich, 2-wöchentlich etc) und bekommst es in Klappkisten sogar nach Hause geliefert (auch wenn Du nicht da bist). Teuer ist es auch nicht. Die Lieferung meistens kostenlos. Ich mache dies schon seit ca 2 Jahren und bin begeistert!

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  6. Ich kaufe meine frischen Zutaten schon lange auf dem Wochenmarkt und spare dadurch eine Menge Verpackung. Allerdings lässt sich bei Wurst oder Aufstrich sicherlich noch einiges optimieren. Da werde ich mich wohl noch mal selber in den Hintern treten müssen.
    Insgesamt kann ich Dir dahingehend zustimmen, das wir im Alltag so unfassbar viel Müll produzieren, dass es traurig ist. Wenn ich sehe wie oft ich zum Container laufe, wird es mir jedes Mal wieder bewußt. Ich arbeite dran, aber es ist noch ein langer Weg.

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  7. Super Post ! Damit triffst du bei mir gerade einen Nerv, nachdem mir das Thema jetzt wirlich oft begegnet fange ich gerade an, mehr auf Müll zu achten. Vorallem, da ich im Januar in meine WG ziehe, und dass als Neuanfang sehe. Das in Plastik verpackte Bio-Gemüse in Supermärkten fällt mir jedesmal negativ auf.
    Immerhin habe ich endlich einen Grund gefunden, warum die Supermärkte das machen. Damit niemand loses Bio-Gemüse als konventionelles (also günstigeres) abwiegen kann... Auf die Idee bin ich selber tatsächlich nicht gekommen. Aber da muss es doch eine Alternative geben !
    Hast du eigentlich einen dichten, heiß haltenden Kaffeebecher gefunden ?

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    1. Ich habe einen Isolierbecher von emsa, in dem der Kaffee ewig heiß bleibt und der in der Handtasche nicht ausläuft :) Hat glaub ich 20€ gekostet und darf in die Spülmaschine.

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  8. Ich finde es auch echt gut, dass du hier auf diese Thematik hinweist und deine Tipps sind echt super. Einiges machen wir aber auch schon seit geraumer Zeit. So trinken wir bspw. seit einigen Jahren nur noch Wasser aus dem Hahn. Ist qualitativ nicht schlechter als vieles, was so auf Flaschen gezogen wird und man muss weniger schleppen. Nebenbei spart es wirklich unglaublich viel Müll.

    Mülltrennung nehmen wir auch sehr ernst, allein schon, weil es auch Geld spart. Allerdings wird einem das Trennen von der Stadt Köln teilweise echt nicht leicht gemacht. So ist es seit ca. 2 Jahren für uns nahezu unmöglich, Glas in den vorgesehenen Glascontainern zu entsorgen, da diese so selten geleert werden, dass sie nahezu immer proppevoll sind. Gern steht dann ein Beamter der Stadt Köln neben dem Container, der jedem einen Bußbescheid ausstellt, der auf die Idee kommen sollte, das Glas dann neben den Container zu stellen. Dies führt zunehmend dazu, dass immer mehr Leute ihr Altglas über den Restmüll entsorgen. Echt traurig und eigentlich total unnötig.

    Außerdem versuche ich auch, bereits bei meinen Kindern ein Bewusstsein für Müll und Müllvermeidung zu schaffen. Mein Sohn möchte neuerdings am liebsten alles Recyceln ;-) Bei ihm bedeutet das dann, irgendwas daraus zu Basteln.

    Aber ich denke auch, wenn jeder ein wenig darauf achtet, kann in der Summe ziemlich viel zusammen kommen. Deswegen danke für deinen tollen Artikel :-)

    LG Michaela

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  9. Toller Beitrag! Ich handhabe es ebenfalls so! Mittlerweile habe ich aber auch noch die waschbaren Wattepads (hast du sicher auf Insta gesehen ;) ) und Backmatten von Tchibo. Ich finde es toll, dass sich immer mehr Leute dafür interessieren!! :)

    Alles Liebe

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